Herzlich willkommen :)



Hallo an alle!

Schön, dass ihr mich hier besucht :) Wer das regelmäßig tut, begleitet mich auf diesem Blog durch mein Autorenleben, erfährt topaktuell was für Fehler mir beim Schreiben unterlaufen und was es neues aus meiner Feder gibt.

Ich berichte darüber, wie ich arbeite und woran. Was ich mache, wenn ich mal einen Durchhänger habe und wann es weitergeht, welche Fortschritte meine Projekte machen usw. Natürlich interessiert mich dabei auch immer eure Meinung, die ihr mir gerne auch als Kommentar unter den Beiträgen hinterlassen könnt :)

Noch eine kleine Anmerkung: Alle Grafiken dieser Seite stammen aus der Hand des Illustrators Marcel Hampel, der mein Buch "Der Tintenschnüffler und die Weltenweber" mit vielen tollen Bildern unterstützt hat.
Hauptberuflich fertigt er Spielgrafiken für diverse nationale und internationale Spieleentwicklungsfirmen an. Einige davon könnt ihr auf der Seite der Subatomic-Studios sehen, wo er an Fieldrunners 2 mitgearbeitet hat :)


Außerdem hat er in diesem Jahr, zusammen mit einem Kollegen, sein eigenes Spiel fertig gestellt. News zu "Nory's Escape" könnt ihr hier über Facebook mitverfolgen :)



Herzliche Grüße
Iris Deitermann

Dienstag, 17. Januar 2012

Charaktere und Storyline entwerfen



Wenn ich mit Freunden, meiner Familie oder Personen aus der Autorencommunity über meine Texte spreche, taucht irgendwann immer wieder die Frage auf, ob meine Charaktere schon von Anfang an sind wie sie sind.
Diese Frage zu beantworten, ist gar nicht so einfach.
Da mein Hauptprojekt der Tintenschnüffler ist, werde ich mich zur Beantwortung dieser Frage im Folgenden genau darauf beziehen.

Eine wirkliche Entscheidung den Tintenschnüffler zu schreiben, gab es anfangs nicht. Manchmal überkommt mich einfach eine Idee, die ich zu Papier bringen muss. Inspiriert durch einige Bilder kam es nun dazu, dass ich ein paar Kinder (Michael, Simon, Tabea und Katie) erfand, die in den Sommerferien ein Abenteuer erleben sollten. Wenn man die ersten Gehversuche dieser Zeit liest, merkt man schnell, dass von einem Charakterdesign keine Rede sein kann. Im Grunde genommen habe ich sie handeln lassen, wie es ihnen beliebte. Nun nahm aber die Geschichte ihren Lauf und irgendwann (schon ziemlich bald) kam dann der Punkt, an dem es wichtig war, meine Charaktere zu definieren. Die Handlungen der einzelnen Charaktere machen am Ende die Geschichte aus. Ihr Verhalten trägt dazu bei, die Geschichte logisch und schlüssig zu machen.
Was ist also passiert? Ich landete in einer Sackgasse. Ich wusste nicht nur nicht, wie meine Charaktere eigentlich sind, ich wusste plötzlich auch nicht mehr, wie die Handlung weitergehen könnte.

Was bleibt an dieser Stelle also direkt zu sagen? Fangt niemals eine Geschichte oder ein Buch an, ohne euch vorher zu überlegen, wohin ihr damit wollt, wie das Ganze aussehen soll, welche Charaktere es gibt, wie der Anfang aussieht, wie das Ende und wie man dorthin kommt. Macht man das alles nicht, kann das Projekt ganz schön frustrierend sein.

Ich stand also wieder am Anfang meiner Geschichte, die einen Anfang hatte, aber sonst nichts. Also habe ich nach Tipps im Internet geschaut, wie man denn aus so einer Misere wieder rauskommt. Die Antwort ist eigentlich ganz simpel: Charaktere und Storyline entwerfen, bevor man schreibt.

Eine simple Antwort, die sich aber gar nicht so einfach umsetzen lässt.
An meiner Hauptfigur habe ich gemerkt, dass das Definieren eines Charakters echt schwierig sein kann. Ich habe angefangen mir zu überlegen, wie er denn genau aussieht. Ist ja auch schonmal ein guter Anfang, denn wenn man weiß, wie jemand oder etwas aussieht ist es auch einfach, ihn/es agieren zu lassen.

Meine ersten Stichpunkte zum Tintenschnüffler:
- blau
- rüsselartige Nase/tintenverschmiert
- wabernde Haare
- Pluderhose
- spitze, vorne gebogene Schuhe (1001 Nacht)
- Knopfaugen
- Sack auf dem Rücken
- Weste

So, das wars. Wenn man sich den Kleinen jetzt ansieht, weiß man, dass das aber längst nicht alles ist, was er eigentlich hat. Genau genommen beschreibt es sein Aussehen auch nicht direkt. An dieser Stelle meiner Vorstellung kam Marcel ins Spiel. Ihm gefiel meine Geschichte und auch der Tintenschnüffler so gut, dass er direkt eine Skizze davon anfertigte, die noch am selben Tag verschiedene Stadien durchlief, auf die im Laufe der Zeit weitere folgten.
Dabei merkte ich, dass meine Aussagen über den Schnüffler echte Auslegungssache war. Es gab unzählige Möglichkeiten den kleinen Kerl so zu zeichnen, wie ich ihn beschrieben hatte. Ich hatte jüngere und ältere Versionen des Schnüfflers, mit etwas wie einem Bart im Gesicht. Einem echten Sack auf dem Rücken, der eigentlich nur ein Rucksack sein sollte. Ich musste mir also eine genauere Beschreibung einfallen lassen.











Während des Zeichenprozesses kam es dann dazu, dass die Beschreibung ihren eigenen Lauf nahm. Natürlich hat man nicht immer das Glück jemanden zu haben, der einem seinen Charakter auch gleich auf ein Blatt Papier oder in ein Computerprogramm zeichnet. Doch genau dabei habe ich gelernt, was ich jetzt weitergeben kann: Wenn ihr euch einen Charakter ausdenkt, macht das so genau wie möglich. Wenn ihr wollt, dass er definitiv dieses eine Aussehen haben soll, das ihr ihm gegeben habt, ist es unerlässlich zu wissen, ob er Falten im Gesicht hat, älter oder jünger ist, volles oder lichtes Haar hat, lang oder kurz usw. usw.

Durch meine nun viel ausführlichere Beschreibung kamen wir immer näher an das Bild heran, das schon im ersten Post meines Blogs zu sehen ist. Wie die Weste aussieht, dass sie filigrane Muster hat und er eine Kette um den Hals trägt, sind Details an die ich vorher beispielsweise gar nicht gedacht habe. Erst als ich einen völlig "leeren" und damit auch langweiligen Charakter auf dem Bildschirm hatte, sind solche Dinge hinzugekommen. Jetzt sind es genau diese Dinge, die ihn lebendig machen. Auch die Streifen auf der Hose. Hätte ich mal vorher gewusst, wie schwer es ist, etwas in seinem Kopf so zu beschreiben, dass es hinterher ein fertiges Bild ergibt.










Kommentare:

  1. Eine sehr lehrreiches Essay in mehreren Kapiteln, die vielen, die Geschichten zusammen "schustern", gut zu Gesicht stünde.

    Einmal, und das ausnahmsweise, ein: Habe ich gerne gelesen.

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    1. Hallo Kariologiker,

      ich freue mich sehr, von dir ein "habe ich gerne gelesen", unter meinem Essay zu finden :) Ich hoffe, andere lesen es ebenso gerne und finden vielleicht den ein oder anderen hilfreichen Tipp, wenn es um die eigenen Charaktere geht :)

      Herzliche Grüße
      Iris

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