Iris Deitermann

Iris Deitermann

Herzlich willkommen :)

Hallo an alle!

Schön, dass ihr mich hier besucht :) Wer das regelmäßig tut, begleitet mich auf diesem Blog durch mein Autorenleben, erfährt topaktuell was für Fehler mir beim Schreiben unterlaufen und was es neues aus meiner Feder gibt.

Ich berichte darüber, wie ich arbeite und woran. Was ich mache, wenn ich mal einen Durchhänger habe und wann es weitergeht, welche Fortschritte meine Projekte machen usw. Natürlich interessiert mich dabei auch immer eure Meinung, die ihr mir gerne auch als Kommentar unter den Beiträgen hinterlassen könnt :)

Noch eine kleine Anmerkung: Alle Grafiken dieser Seite stammen aus der Hand des Illustrators Marcel Hampel, der mein Buch "Der Tintenschnüffler und die Weltenweber" mit vielen tollen Bildern unterstützt hat.
Hauptberuflich fertigt er Spielgrafiken für diverse nationale und internationale Spieleentwicklungsfirmen an. Einige davon könnt ihr auf der Seite der Subatomic-Studios sehen, wo er an Fieldrunners 2 mitgearbeitet hat :)



Herzliche Grüße
Iris Deitermann

Montag, 30. April 2012

Die Zeit - mein größter Feind

Dieses Thema habe ich schon einmal ganz kurz angerissen, als ich über die Arbeit mit Dialogen geschrieben habe. Heute muss ich das einfach mal ausweiten, da es mich in den letzten Wochen und Monaten einige Nerven gekostet hat und ich nach wie vor irgendwie nicht das richtige Gefühl für diese vermaledeite Sache bekomme.
Ich erkläre praktisch täglich irgendwelchen Schülern wie man im Präteritum schreibt, was ein Perfekt oder gar Plusquamperfekt ist, wie sich Futur 1 von Futur 2 unterscheidet usw. aber scheitere kläglich daran, wenn alles durcheinandergewirbelt wird. Vielleicht geht es einigen von euch ja ebenfalls so?

Wovon rede ich gerade eigentlich? Wenn ich eine Erzählpassage schreibe, in der beispielsweise von etwas berichtet wird, welche Zeit wähle ich dann?

Ein Beispiel mit Rückbezug auf eine Sache, die vor dieser Passage passiert ist:

Während sie weiter den sandigen Pfad entlangliefen, schimpfte Simon wild gestikulierend, dass die anderen definitiv im Unrecht gewesen waren/gewesen sind/waren. 


Also, ich bin ja ein absoluter Intuitivschreiber und wenn ich dieses Szenario jetzt fortführen wollen würde ohne einen Dialog zu verwenden, welche Zeitformen wären dann richtig? Bevor der eine etwas zu dem anderen gesagt hat, während meine Erzählform des aktuellen Geschehens im Text im Präteritum geschrieben ist?

Ja, ich schätze man merkt schon an der Art, wie ich formuliere was ich fragen möchte, dass mich dieses Zeitending ständig und andauernd verwirrt. Das Schlimme daran ist, dass, wenn es mir erstmal jemand erläutert bzw. in die richtige Zeitenfolge gebracht hat, könnte ich mir ständig vor die Stirn klopfen. Deshalb bin ich froh, dass ich bei meinem Hauptprojekt jemanden an meiner Seite hatte, der sich immer und immer wieder sehr geduldig diesem Problem (wie auch allen anderen) gewidmet hat.

Sollte jemand Tipps haben, die dabei helfen die richtige Zeitenfolge in einem Erzählmodus zu finden, den bitte ich, diese hier zu posten :) Gerne kann auch darüber diskutiert werden oder Erfahrungen ausgetauscht werden. Ich bin froh, wenn ich nicht die einzige Person bin, der es so ergeht :D


Dienstag, 3. April 2012

sagte, sagte, sagte... *seufz* - Dialogarbeit

Schon am Titel zu erkennen heute noch ein Thema, dass mir so hier und da einen Nerv raubt.
Nach der wörtlichen Rede beim letzten Mal, bin ich nun bei den Begleitsätzen angekommen.

Habt ihr euch jemals eure Texte laut vorgelesen oder vorlesen lassen? Eventuell ist euch dann schon aufgefallen, was mir gerade in den Ohren klingelt. Hinter der wörtlichen Rede taucht ständig das kleine Wort "sagt/e" auf. Ein Wort, das schnell von der Hand geht und natürlich auch Sinn macht, schließlich hat einer der Protagonisten gerade etwas gesagt. Dieses Wort findet vor allem dann Verwendung (jedenfalls bei mir), wenn jemand gerade eben nicht ruft, schreit, erklärt, erzählt oder oder oder. Im Grunde genommen in einfachen Unterhaltungspassagen. Dummerweise taucht dieses Wort dann aber im Gesamttext gefühlte dreimillionen Mal auf, wenn man es sich dann vorlesen lässt oder selbst laut liest. Ich spreche dieses laut lesen an, weil man leise lesend furchtbar schnell darüber weg liest und es gar nicht so auffällig ist.

Ich muss mich momentan wirklich zwingen, dieses Wort, dass ich scheinbar sehr liebe, nicht so häufig zu verwenden, wie ich es normalerweise tue. Da ja schon bekannt ist, dass ich die Fehler in meinen Texten Gott sei Dank nicht alle alleine finden muss und mir hilfreich zur Seite gestanden wird, hatte diejenige, die mir dieses "sagte-Problem" vor Augen geführt hat, auch eine simple Lösung parat. Sie ist wirklich so einfach, dass man auch selbst darauf hätte kommen können. Sie lautete folgendermaßen: LASS DIE BEGLEITSÄTZE WEG, WENN SIE NICHT NÖTIG SIND UND MACH EINEN ERZÄHLENDEN MOMENT DARAUS!


Ja, ganz schön einfach was? Klingt erstmal seltsam, denn als geübter Schreiber BRAUCHT man diese Sätze doch, um Dialoge abzuschließen. Ich fand das jedenfalls erstmal ganz schön schwierig, diesen Rat umzusetzen und raufe mir jetzt noch manchmal die Haare, wenn wieder so eine Stelle kommt, die nach einem "sagte" schreit.

Ein Beispiel aus meiner aktuellen Kurzgeschichte "Kleinraumtorwelten":

"Keine Angst. Ich werde dir nichts tun!" Mit beschwichtigenden Gesten, wie man sie bei einem Tier macht, das man beruhigen möchte, ging er langsam auf sie zu. "Ich bin ein Freund von Elenor, die derzeit für mich auf den Goldtopf meiner Familie aufpasst. Du hast sicher schon erraten was ich bin. Ein Kobold nämlich."
Katie hatte sich mittlerweile vom ersten Schrock erholt und atmete tief durch. 
Das kann doch alles nur ein Traum sein, dachte sie und räusperte sich. Warum also nicht antworten? In Träumen konnte einem schließlich nichts passieren, oder?
"Goldtopf deiner Familie? Meine Tante? Nimmst du mich auf den Arm?" Katie zog die Stirn kraus. Als ob sie einen solchen Unfug glauben würde. 
"Aha, Elenor ist also deine Tante!", stellte der Kobold schmunzelnd fest und rückte sich seinen Hut zurecht, ohne weiter auf Katies Fragen einzugehen. 
"Das erklärt natürlich einiges!" Mit hinter dem Rücken verschränkten Armen, lief der Kobold auf dem alten fransigen Teppich hin und her. Die meiste Zeit sah Katie so nur seinen Hut, weil der Tisch vor der Couch im Weg stand. Nur wenn er über die beiden Enden des Tisches hinauswanderte, sah sie seine ganze Gestalt.  
"Was erklärt das denn?" wollte sie wissen, nachdem der Kobold nicht wieder angesetzt hatte zu sprechen. Fahrig wischte sie sich ihre Haare aus der Stirn, bevor sie sich aufrecht hinsetzte, um Granadius besser sehen zu können. Dieser hielt auf ihre Frage hin abrupt an, machte einen Schritt zurück und beäugte sie mit einem säuerlichen Blick. 
"Na, ich habe mich schon gewundert, warum sich weder das verflixte Regenbogentor, dem ich wohlgemerkt mehrere Farbperlen gegeben habe, noch das Tropfentor öffnen ließ, das meinen kompletten Morgentau verschluckt hat!" Resigniert hob der Kobold die Hände. 
Katie war verwirrt. Regenbogentor? Farbperlen? Ein Tor, das Morgentau schluckte? Das wurde ihr zu bunt. 

 Also, die Absätze mit Leerzeile stammen nicht von mir, dafür ist die Zitatfunktion des Blogs zuständig.

Aber worauf ich hier hinausmöchte: Ich habe kein einziges "sagte" verwendet. Im gesamten Text, aus dem das hier natürlich nur ein kleines Stück ist, habe ich das Wort sogar nur ein einziges Mal benutzt. Ansonsten habe ich diese Begleitsatzsache tatsächlich mit einem erzählenden Moment gefüllt. Ich muss allerdings gestehen, dass ich das erst nach dem ersten Schreiben gemacht habe. Denn vorher ist mir das nie so aufgefallen. Jetzt springt mir natürlich jedes "sagte" entgegen und ich kann nicht einmal ein Buch lesen, ohne darauf zu achten, wie oft der Autor es verwendet. Einige tun das wirklich häufig...

Wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, ist es gar nicht mehr so schwer darauf zu achten. Im Moment schreibe ich an einer Geschichte für das Kurzgeschichten-Turnier auf Bookrix. Diese Geschichte muss ich schon nicht mehr so sehr darauf abklopfen, wie ich mich formuliere, es ging mir einfach von der Hand. Und ich muss euch sagen, mit Erzählmomenten zu schreiben macht sehr viel mehr Spaß und belebt die Geschichten auf eine Art und Weise wie Begleitsätze es einfach nicht können.

Damit möchte ich NICHT sagen, dass man keine Begleitsätze verwenden sollte. Nein, sie sind natürlich ebenso notwendig, wie alles andere, was einen Text ausmacht. Ich versuche nur möglichst Passagen zu umgehen, bei denen mir für "sagte" einfach kein anderes Wort passend erscheint. Synonymlisten helfen da natürlich. Doch jetzt, wo ich merke, dass man mit dem Problem auch anders umgehen kann, versuche ich diesen Weg zu gehen und trotz aller Synonyme meinen Stil dahin zu verbessern und ohne zu viele Begleitsätze auszukommen. :)