Iris Deitermann

Iris Deitermann

Herzlich willkommen :)

Hallo an alle!

Schön, dass ihr mich hier besucht :) Wer das regelmäßig tut, begleitet mich auf diesem Blog durch mein Autorenleben, erfährt topaktuell was für Fehler mir beim Schreiben unterlaufen und was es neues aus meiner Feder gibt.

Ich berichte darüber, wie ich arbeite und woran. Was ich mache, wenn ich mal einen Durchhänger habe und wann es weitergeht, welche Fortschritte meine Projekte machen usw. Natürlich interessiert mich dabei auch immer eure Meinung, die ihr mir gerne auch als Kommentar unter den Beiträgen hinterlassen könnt :)

Noch eine kleine Anmerkung: Alle Grafiken dieser Seite stammen aus der Hand des Illustrators Marcel Hampel, der mein Buch "Der Tintenschnüffler und die Weltenweber" mit vielen tollen Bildern unterstützt hat.
Hauptberuflich fertigt er Spielgrafiken für diverse nationale und internationale Spieleentwicklungsfirmen an. Einige davon könnt ihr auf der Seite der Subatomic-Studios sehen, wo er an Fieldrunners 2 mitgearbeitet hat :)



Herzliche Grüße
Iris Deitermann

Dienstag, 19. Juni 2012

"Der Wunschbrunnenwunsch" - eine Geschichte entsteht

Im folgenden Post soll es um folgenden Text von mir gehen, der mit einem Mausklick auf die entsprechende Webseite führt, wo er kostenlos als ebook gelesen werden kann.



Klappentext:
Jeden Tag sitzt der Wunschsammler in seinem Brunnen und sammelt die Wünsche all derer, die eine Münze zu ihm hinabwerfen. Einer davon stammt von einem kleinen Jungen namens Joschua, der sich nichts sehnlicher wünscht, als dass die Zeit stehen bliebe.

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Da ich an dieser aktuellen Geschichte von mir das erste Mal wirklich bewusst miterlebt habe, wie der Text überhaupt zu dem geworden ist, wie ich ihn letztlich verwendet habe, muss ich heute einfach darüber schreiben.

Im Moment nehme ich am Kurzgeschichtenturnier der Kurzgeschichtengruppe auf der Bookrix-Plattform (www.bookrix.de)  teil. Gerade wurde die fünfte Runde eingeläutet und ich freue mich sehr, wieder dabei zu sein. :)
Der Text "Der Wunschbrunnenwunsch" entstand im Rahmen der vierten Runde, die ein Zitat von Vincent van Gogh als Ausgangspunkt hatte. Zu diesem Zitat sollten die Teilnehmer eine Geschichte schreiben.

"Wandlung ist notwendig, wie die Erneuerung der Blätter im Frühling.", lautete das Zitat, das mir zuerst einen tiefen Seufzer entlockte. Glaubt mir, es ist gar nicht so einfach etwas nach Vorgabe zu ersinnen. :) Ich hatte zunächst auch so überhaupt gar keine Idee. Mir wollte und wollte nichts einfallen. Wieder einmal zeigte sich, dass es gar nichts nützt sich hinzusetzen und sich den Kopf zu zerbrechen - dann kommt einem sowieso nichts passendes in den Sinn. Also wartete ich einfach ab.
Endlich kam der Moment, in dem es in meinem Kopf "plopp" machte und Kindergartenkind Joschua ward ins Leben gerufen. Und zwar in einem Moment, in dem ich am wenigsten daran gedacht hatte oder auch nur Zeit hatte, daran zu denken. Dennoch, die Idee war endlich da.
Sobald ich Zeit hatte, entstand die erste Version meiner Geschichte. In dieser existierte der Wunschsammler noch nicht. Joschua saß auf seinem Bett und wurde von der Zeit besucht. Der jetzt zweite Teil meiner Geschichte, entstand also zuerst.

1.Rohversion ohne Wunschsammler  (2 Seiten)

Ich musste den Text eine Weile ruhen lassen, da ich noch andere Dinge zu tun hatte, kehrte nach zwei Tagen aber zu ihm zurück und fand ihn für mich zu "einfach". Ja, mir hat etwas an der Geschichte gefehlt. Etwas, das die Geschichte ausmachen würde. Ich hatte wieder keine Idee, wusste aber, dass ich die Geschichte so nicht online stellen wollte.

Noch einen Tag später war mein Freund zu Besuch und musste sich Antworten zu einem Interview überlegen, die wir anschließend zusammen ins Englische übersetzen wollten. Während er sich darüber den Kopf zerbrach, nahm ich noch einmal meinen Text zur Hand und beim nochmaligen Lesen entstand die Frage, woher die Zeit denn wohl gewusst hatte, dass Joschua sich wünschte, dass die Zeit stehenbleiben würde. Die einzige Antwort, die es in dem Moment darauf gab war: aus einem Wunschbrunnen, in den man eine Münze mit seinem Wunsch warf. Sofort spann ich die Idee weiter und schon ein paar Minuten später gab es ihn: den Wunschsammler. So entstand an diesem Abend der jetzt erste Teil meiner Geschichte.

1.Version nur Wunschsammler (2 Seiten)

Nun passten aber beide Teile noch nicht einwandfrei zusammen und verschiedene Dinge wechselten ihre Plätze. Einiges aus dem Gespräch mit der Zeit wechselte zum Wunschsammler hinüber, während anderes zum Zeitgespräch dazukam. Selbst in der Konstruktion meines eingestellten Textes, kritzelte ich immer wieder rum, tauschte aus, schob, strich, fing neu an. So lange, bis ich endlich zufrieden war.


auf dem Weg zur Endversion


Diese Erfahrung empfinde ich im Nachhinein als sehr gute Übung, etwas zu einem vorgegebenen Thema zu schreiben. Nie im Leben hätte ich diese Geschichte geschrieben, wäre mir nicht das Zitat vorgegeben worden. Warum sich also nicht einfach mal hinsetzen und etwas zu z.B. einem Zufallszitat schreiben? Vielleicht auch zu einem Bild oder ein paar Reizwörtern?

In den Turnierrunden gibt es immer eine vorgegebene Zeit, in der man seine Geschichte einreichen muss. Warum sich diese nicht auch persönlich setzen? Unter "Druck" schreibt man ganz anders, macht sich ganz andere Gedanken, als wenn man "alle Zeit der Welt hat".

Habt ihr schon einmal versucht, auf diese Art eine Geschichte zu schreiben? Durchlaufen eure Geschichten auch so einen Wandel? Wie lange braucht ihr, um eine (Kurz-) Geschichte fertigzustellen? Wer möchte, darf hier gerne seine Erfahrungen posten. Gerne auch eine Geschichte, die nach diesem Prinzip entstanden ist :)

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